Die STIKO und das Erbe der Nazi-Medizin

Im Rahmen meiner STIKO-Artikelserie habe ich bereits dargelegt, dass es für die Gründung der STIKO und dem damit verbundenen Anheizen von Impfkampagnen keinen sachlichen Grund gab. Auch nicht für die öffentliche Empfehlung der Masern-Impfung als erste von der STIKO 1973 beschlossene Empfehlung. Eine Schlüsselrolle spielte dabei der Freiburger Prof. Dr. Richard Haas,( *23.9.1910, †26.9.1988), ein Mann mit heftiger Nazi-Vergangenheit.
Vom Menschenschänder im KZ Buchenwald zur grauen Eminenz der STIKO
Haas war derjenige, der die Masern-Impfempfehlung der STIKO durchsetzte und dabei seinen stärksten Widersacher Prof. Georg Henneberg, Präsident des Bundesgesundheitsamtes, an die Wand spielte. Dabei war die Masernimpfung angesichts des phänomenalen Rückgangs der Maserntodesfälle seit 1900 völlig überflüssig.[1]
Verschwiegene Nazi-Vergangenheit
Und jetzt kommt das Brisanteste im Zusammenhang mit Richard Haas: Er wurde bereits 1933 (im Alter von 23 Jahren!) Mitglied der SA, 1937 sodann Mitglied der NSDAP und des mit dem Rassengedanken durchseuchten NS-Ärztebundes. Im Jahr 1943 trat er sogar der SS bei, um im Auftrag der Behringwerke im KZ Buchenwald an den Ansteckungs- und Impfversuchen der SS teilzunehmen.
Hunderte Häftlinge waren allein aufgrund dieser Menschenversuche gestorben. Für die Fleckfieber-Ansteckungsversuche hatte man die Insassen an Stühle gefesselt und ihnen tausende von infizierten Läusen auf die Oberschenkel gesetzt.[2] Dafür, dass Haas an diesen besonders verabscheuungswürdigen Ansteckungsversuchen aktiv teilgenommen hat, konnte ich bisher keine Bestätigung finden, allerdings auch keine Hinweise, die dies ausschließen. Jedoch war er laut Protokollen des Nürnberger Militär-Tribunals und Zeugenaussagen als Assistent des SS-Arztes Dr. Ding-Schuler an den Impfversuchen beteiligt.[3]
Freibrief durch das Nürnberger Militär-Tribunal
Sehr merkwürdig ist nun, dass Haas bei den Nürnberger Prozessen trotz der Beweislage glimpflich davon gekommen war. Andere Beteiligte hatte man gehängt oder sie begingen Selbstmord. Haas dagegen konnte seine Karriere bei den Behringwerken, an denen die Militärverwaltung der Siegermacht USA besonderes Interesse zeigte, nicht nur fortsetzen, sondern wurde einer der führenden Pharma-Lobbyisten der BRD.[4]
Wie konnte Richard Haas ungeschoren die Nürnberger Prozessen überstehen? Könnte dies mit der berühmt-berüchtigten „Operation Paperclip“ der US-Geheimdienste zusammenhängen? Demnach sollen die Personalakten ausgewählter deutscher Experten, an deren Wissen die US-Regierung - trotz der zum Teil gravierender Nazi-Vergangenheit - ein großes Interesse hatte, mit einer Büroklammer, englisch „paperclip“, versehen worden sein, um dem Militär-Tribunal zu signalisieren, wie sie mit den Angeklagten umzugehen hatten.
Welches Interesse könnten die US-Verantwortlichen an Richard Haas - oder den Behringwerken - gehabt haben? Oder wurde er doch nur „aus Mangel an Beweisen“ freigesprochen, weil er möglicherweise vor dem Militär-Tribunal seine Kollegen angeschwärzt hatte? Wäre ihm dies zuzutrauen?
Experimente mit KZ-Insassen und Heimkindern
Nun, wir wollen niemanden, der von 1933 bis 1945 als junger Mensch bei den Nazis Karriere gemacht hat, in Bausch und Bogen verurteilen. Die entscheidende Frage ist, ob Richard Haas aus seinen Fehlern gelernt und sich später dazu bekannt hat. Und ob er es im Nachkriegsdeutschland nun besser gemacht hat. Dagegen spricht leider, dass Haas im Prozess gegen ihn angegeben haben soll, er habe überhaupt nicht gewusst, dass es in Buchenwald ein KZ gab.[5]
Dagegen spricht auch, dass Haas später wiederholt Impfstoffversuche mit Heimkindern durchführte, z. B. mit Polio- und Masernimpfstoffen.[6] Kinder können wohl kaum eine informierte Einwilligung in ein Arzneimittel-Experiment geben und Säuglinge schon gar nicht. Wie viel Geld an die betroffenen Freiburger Kinderheime bzw. an deren Betreuer geflossen ist, kann man nur vermuten. Diese Versuche mit Heimkindern sprechen gegen eine Unschuldsvermutung.
Wie konnte so jemand u. a. Professor der medizinischen Fakultät in Freiburg sowie Vorsitzender und Mitglied wichtiger Gremien werden?[7] Wie konnte so ein Mensch darüber hinaus nicht nur Mitglied der neu gegründeten STIKO werden, sondern sogar ihre graue Eminenz, die rücksichtslos das Interesse von Impfstoffherstellern vertrat? Und: Wusste die Politik von der Vergangenheit des Richard Haas?
Wie hatte Haas beispielsweise Prof. Henneberg, Präsident des damaligen Bundesgesundheitsamtes und sein stärkster Widersacher, zum Schweigen gebracht? Denn dass Henneberg, seit Jahren entschiedener Gegner der Masernimpfung, letztlich mit den anderen STIKO-Mitgliedern für die Masern-Impfempfehlung stimmte, und das ohne Widerworte, ist nicht nachvollziehbar.[8] Denn die Argumente Hennebergs waren ja keinesfalls wiederlegt.
Hindernisse bei den Recherchen
Richard Haas auf die Spur zu kommen war nicht ganz einfach. Sein Wikipedia-Eintrag beispielsweise erwähnt zwar seine Nazi-Vergangenheit, unterschlägt aber seine STIKO-Mitgliedschaft. Google war auch wenig hilfreich. Es war zum Beispiel auch nicht möglich, Fotos von Haas zu finden. Eine Rückmeldung von Google legt sogar nahe, dass jemand versucht haben könnte, die Darstellung von Aufnahmen des Herrn Haas rechtlich zu unterbinden.
Die KI ChatGPT, die ich häufig nutze, führte mich wiederholt auf eine falsche Spur, in dem sie steif und fest behauptete, der Name des damaligen STIKO Mitglieds sei nicht Richard Haas, sondern ein „Rudolf“ gewesen. Zudem war eine Freiburger Dissertation, die über den Streit zwischen Henneberg und Haas hätte näher Aufschluss geben können, weder über das Internet noch über eine direkte Anfrage an die Uni Freiburg auffindbar.[9]
Das alles und weitere Merkwürdigkeiten mag reiner Zufall sein, ist aber in seiner Häufigkeit durchaus erstaunlich. Wenn die bekannte Rechtsanwältin und Fachbuchautorin Beate Bahner nicht parallel recherchiert und mich mehrmals nachdrücklich auf „Richard“ hingewiesen hätte, wäre meine Recherche möglicherweise im Sand verlaufen. Stattdessen zieht es mich nun immer tiefer einen scheinbar endlosen Kaninchenbau der Nazi-Fundamente unseres heutigen Medizinsystems.
Die STIKO und das NS-Erbe
Welche Konsequenzen hat dieses Erbe der Nazi-Medizin für die Impfpolitik der STIKO – damals und heute? Ist die NS-Medizin vielleicht sogar die wahre Richtschnur für die Herangehensweise der STIKO-Mitglieder an die Frage der Infektionsvorsorge? Würde dies erklären, warum die STIKO völlig unkritisch und unhinterfragt neue Impfstoffe so schnell wie möglich zur allgemeinen Durchimpfung empfiehlt? Siehe z. B. die HPV-Impfung?
Würde dies auch erklären, warum die STIKO nicht darauf besteht, echte Wirkungsnachweise in Form von großen und ausreichend langfristig angelegten vergleichenden, randomisierten und placebokontrollierten Doppelblindstudien zu erbringen? Warum sie sich mit indirekten Ersatzmessgrößen (Fachbegriff „Surrogatmarker“) wie dem Antikörpertiter oder der Viruslast als Wirkungsnachweis zufrieden gibt, statt einen Vergleich des tatsächlichen Gesundheitszustandes der Geimpften und Placebo-Geimpften zu fordern? Warum es sie nicht beunruhigt, dass aufgrund der beschränkten Größe der meisten Zulassungsstudien und einer sehr nachlässig gehandhabten Meldepflicht das wahre Ausmaß der Dunkelziffer bei den schweren Nebenwirkungen und Impfschäden im Dunkeln bleibt. Warum die STIKO die vom Robert-Koch-Institut (RKI) behaupteten Erkrankungsrisiken ungeprüft übernimmt? Würde dies erklären, warum die STIKO bis heute die - allein den Herstellern zugewandte - Empfehlungspolitik nicht geändert hat? Das sie völlig unkritisch die neuen Gen-Impfstoffe empfiehlt, deren Nebenwirkungspotenzial sogar weit größer ist als das der herkömmlichen Impfstoffe?
Nur ein erster Blick in den Kaninchenbau
Diesen Fragen werden wir in weiteren Artikeln nachgehen. Meine medizinhistorischen Recherchen stellen u. a. auch die Pharma-Unabhängigkeit des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), der deutschen Zulassungsbehörde, in Frage. Und beim Blick in den Kaninchenbau ist es erschreckend, wie groß der Einfluss von offensichtlich skrupellosen Nazi-Größen der Ärzteschaft nach dem Krieg auf das westdeutsche Gesundheitswesen war - und indirekt auch heute immer noch ist.
Die Ignoranz des Systems bezüglich der zahlreichen Mängel der Massenimpfstoffe hat Ursachen. Und eine davon ist darin zu suchen, dass die offizielle Medizin die Zeiten nicht überwunden hat, in denen die Gesundheit des Einzelnen dem (angeblichen!) Volkswohl unterzuordnen ist:
Trotz der eindeutigen Formulierungen der Grundrechte und der „unantastbaren Würde des Menschen“, die klar als Abwehrrechte gegenüber einem möglicherweise übergriffigen Staat definiert sind, wird dies auch von der STIKO bis heute ausdrücklich missachtet!
[1] Ich vermute, dass Haas auch bei der Diskussion um die eigentliche Gründung der STIKO eine treibende Kraft war, auch wenn der entscheidende Beweis noch aussteht. Gerne nehme ich entsprechende und nachprüfbare Hinweise entgegen.
[2] Ulrich Schneider, Harry Stein: "IG-Farben AG, Abt. Behringwerke Marburg - KZ Buchenwald - Menschenversuche", Brüder Grimm Verlag 1986, Seite 40ff
[3] laut Zeugenaussage des Insassen Eugen Kogon; Protokollauszüge des US Military Tribunals; Sowjetische Untersuchungskommission Weimar
[4] Das Interesse der USA an den Behringwerken werde ich an späterer Stelle näher thematisieren
[5] Elsner, Gine: "Impfen für das Dritte Reich", VSA Verlag 2023, S. 74, Angegebene Originalquelle:
Ernst Klee: "Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer", S. Fischer Verlag 1997, S. 325.
[6] R. Haas et al.: „Virologische und klinische Beobachtungen nach aktiver Masernschutzimpfung“, Deutsche medizinische Wochenschrift, Jahrgang 90, 29. Jan. 1965, Nr. 5, Seite 193-200. Siehe auch „Versuchskaninchen Heimkind“, SWR-Fernseh-Doku von 2020.
[7] Haas war u. a. langjähriger Vorsitzender der „Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Kinderlähmung“ (DVK), später in „Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten“ (DVV) umbenannt
[8] siehe Protokoll der 6. STIKO-Sitzung vom 23. Nov. 1973, www.agbug.de/stiko-protokolle
[9] Christiane Müller (2008) „Von der Kinderlähmung zur Masernprophylaxe – Die Institutionalisierung der Impfpolitik in der Bundesrepublik Deutschland 1949–1975“















